Helicobacter pylori (H. pylori) ist der am weitesten verbreitete Krankheitserreger des Menschen und kommt in mehr als 50 % der Weltbevölkerung vor. Wird H. pylori nachgewiesen, so ist eine Therapie mit Antibiotika obligatorisch. Ein gewisser Zusammenhang zwischen einer H. pylori-Infektion und Dyspepsie und/oder ungeklärten funktionellen, unspezifischen, nicht-allergischen gastrointestinalen (GI) Beschwerden aus dem Spektrum des Reizdarmsyndroms (IBS) ist dokumentiert. Die Verringerung dieser Symptome durch die Eradikation von H. pylori ist nachgewiesen. Den Zusammenhang dieser Beschwerden des Reizdarms und von H.pylori mit Laktoseintoleranz konnte ich jetzt in der wissenschaftlichen Zeitschrift EXCLI Journal veröffentlichen.

Nach den derzeitigen Empfehlungen sollten Patienten mit H. pylori-assoziierter Dyspepsie/unerkl√§rlichen funktionellen, unspezifischen, nicht-allergischen GI-Beschwerden als eine separate Gruppe von Patienten mit funktioneller Dyspepsie betrachtet werden. Ungekl√§rte funktionelle, unspezifische, nicht allergische GI-Beschwerden und Dyspepsie, einschlie√ülich Reizdarmsyndrom und Reizdarmsyndrom-√§hnlichen Syndromen, sind weit verbreitet, kostenintensiv und ein Hauptgrund f√ľr Konsultationen in der Prim√§rversorgung. Im Allgemeinen ist die Pathophysiologie der Symptome innerhalb des Reizdarm-Spektrums nicht vollst√§ndig verstanden. Nichtsdestotrotz haben diese symptombasierten Syndrome des Reizdarm-Spektrums ein Symptomprofil vergleichbar mit dem der Nahrungsmittelunvertr√§glichkeit/Malabsorption. Zu den Nahrungsmittelunvertr√§glichkeiten/Malabsorptionen geh√∂ren Z√∂liakie (CD), Fruktosemalabsorption (FM), Laktoseintoleranz Intoleranz (LIT) und Histaminintoleranz (HIT). Abdominal durch LIT und FM verursachte Bauchbeschwerden treten auf wenn diese Zucker nicht angemessen abgebaut und verdaut werden. Bei HIT wird eine unverh√§ltnism√§√üig gro√üe Histamin Menge im Darm durch den Verzehr von Nahrungsmitteln mit hohem Histamin Gehalt verursacht. Offenbar besteht im Darm eine verminderte F√§higkeit des Enzyms Diaminoxidase das Histamin abzubauen. In dieser Studie haben wir mit H. pylori infizierte Patienten auf zus√§tzliche Nahrungsmittelunvertr√§glichkeiten/Malabsorption untersucht. Alle eingeschlossenen Patienten wiesen auf Dyspepsie/unerkl√§rliche funktionelle, unspezifische, nicht-allergische GI-Beschwerden des Reizdarm Spektrums auf.

Im Vergleich zu reinen LIT-Patienten zeigten Patienten mit LIT und H. pylori, in Kombination mit oder mit oder ohne zusätzliche Nahrungsmittelunverträglichkeit/Malabsorption, signifikant höhere exspiratorische Wasserstoffwerte beim Laktosetoleranz-Atemtests.

WJS

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