Diabetes mellitus ist eine sehr häufige Erkrankung bei tausenden Patienten in Österreich und gilt als großes Risiko für Parodontitis (Zahnfleisch Entzündung). In den USA ist einer von 10 Erwachsenen an Diabetes mellitus erkrankt und vier von 10 Erwachsenen von Parodontalerkrankungen betroffen. Und diese Erkrankungen sind oft miteinander verknüpft. Jetzt wurde eine Übersichtsarbeit von Dr. R.J. Genco, Departments of Oral Biology, and Microbiology and Immunology, University at Buffalo, Buffalo, New York, USA in der wissenschaftlichen Zeitschrift Paradontology veröffentlicht.

Personen mit Diabetes mellitus leiden mit höherer Wahrscheinlichkeit an Parodontitis, und umgekehrt beeinträchtigen Parodontalerkrankungen die Blutzuckereinstellung, und die Spätkomplikationen bei Diabetes mellitus. Die Rolle des Diabetes mellitus als Risikofaktor für Parodontalerkrankungen und andere Mundkrankheiten wird dabei ausführlich erörtert und diskutiert. Die Tatsache, dass Patienten mit (vor allem schlecht eingestelltem) Diabetes mellitus Typ 2, ein eigener Risikofaktor für Parodontalerkrankungen ist, wird anerkannt. Das erhöhte Risiko des Diabetes mellitus Typ 1 und des Schwangerschaftsdiabetes für Parodontitis wurde erst kürzlich beschrieben.

Auch Diabetes mellitus generell als Risikofaktor für häufigen Zahnverlust wurde beschrieben. Die Auswirkungen von Zahnverlust, insbesondere von Zahnlosigkeit, auf die Ernährung von Patienten mit Diabetes mellitus ist auch voll anerkannt. Aus Langzeitstudien geht hervor, dass Diabetes mellitus häufig der Parodontitis vorausgeht und daher zur Entstehung einer Parodontitis beitragen kann. Bei Patienten mit Diabetes mellitus und erhöhtem Blutzucker kommt es zu einem verminderten Speichelfluss, der eventuell auch in Verbindung mit Diabetes Medikamenten stehen kann. Bei als Spätfolge des Diabetes mellitus bestehenden Neuropathie (Nervenschädigung) können auch die Speicheldrüsen beeinträchtigt sein. Dies kann in Folge sogar zu vermehrt Karies führen. Auch ein brennendes Gefühl im Mund als Folge der Nervenschädigung durch Diabetes mellitus und Geschmacksbeeinträchtigungen können auftreten. Es ist allgemein bekannt, dass es bei Patienten mit Diabetes mellitus zu einer verzögerten Wundheilung kommen kann, insbesondere wenn der Blutzucker nicht gut kontrolliert ist. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, vor chirurgischen Eingriffen und der Einsetzung von Zahnimplantaten bei Patienten mit Diabetes eine möglichst gute Kontrolle des Blutzuckers zu erreichen. Dazu gehört eine gesunde Ernährung mit Mischkost bei Diabetes mellitus und die richtige medikamentöse Einstellung mit notwendigen Medikamenten und ev. auch Insulin.

WJS

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